| Liederbach Reiner Treder baut weltweit einmalige und bis zu 35 Kilogramm schwere Modellflugzeuge von Gesa Fritz ![]() |
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| Wenn Reiner Treders Konstruktionen sich zum ersten Mal in den Himmel erheben, bekommt er regelmäßig weiche Knie. Seine Maschinen fliegen in einer anderen Liga als jene, die Hobbybastler in Fachgeschäften erstehen können. Was er da, von Funkwellen geleitet, in die Höhe schickt, sind Giganten unter Modellflugzeugen. Das bislang größte Modellflugzeug des Liederbachers wiegt rund 35 Kilogramm, hat eine Spannweite von 3,36 und eine Länge von 2,68 Metern. Wegen des großen Gewichtes brauchte er für den Nachbau des amerikanischen Schulflugzeuges T-28 "Trojan" eine extra Zulassung - eine Art TÜV für Modellflugzeuge. Für Treders Flieger gibt es weder Bausätze noch fertige Pläne. Sie alle sind nach eigenen Entwürfen konstruierte, originalgetreue Nachbauten. Dabei hat er sich auf besonders seltene Flugzeuge spezialisiert. "Meine Modelle sind weltweit Unikate", sagt er. Um ein Verständnis für die weichen Knie des 68-jährigen zu bekommen, muss man wissen, dass er zwar bis vor einigen Jahren noch eine eigene Werbeagentur geleitet hat. Damit |
geht ihm die bis ins letzte Detail perfektionistische Gestaltung der Flieger leicht von der Hand. Aber Treder ist kein Ingenieur. Und er hat, wie er selbst sagt, kein Benzin im Blut Treder ist im Kelkheimer Luftsport Club aktiv. Er hat Freunde, die das Know-how über Motoren oder Statik mitbringen und ihn bei Bedarf unterstützen. Einiges hat Treder sich von klassischen Bausätzen aus den Hobbymärkten abgeschaut. Unterlagen über die Vorbilder stöbert er schon mal in irgendwelchen Londoner Nebengassenlädchen auf. Und so ist es jedes Mal ein kleines Wunder, wenn sich einer seiner Flieger wirklich vom Boden erhebt. An seinem größten Flugzeug hat Treder rund ein Jahr gebaut. Unter in seinem Reihenhaus, in einem kleinen Kellerraum, hat er die Pläne gezeichnet und das syropor-leichte Balsaholz zugesägt. Er hat Motoren eingebaut, die auch ein Motorrad antreiben könnten, und Farbe versprüht. Das Material sei gar nicht so teuer, sagt Treder. So 5.000 bis 6.000 Euro müsse er inklusive aller Spezialanfertigungen wir dem handgefertigten Piloten zahlen. Für den Trojan wurde im schon einmal 20.000 Euro geboten. |
Doch das Stück ist unverkäuflich. Der mit neun teils zerlegten Eingenbauten eigentlich überfüllte Kellerraum spricht von Ordnungssinn und großen Erfolgen. Jeder Schraubendreher, jeder Pinsel, jedes Schräubchen haben ihren Platz. An der Wand reihen sich Urkunden und Pokale auf. Die Leidenschaft für das Hobby hat Treder früh gepackt. Schon als Schüler baute er Modellflugzeuge und ließ sie steigen. Nach einer mehrjährigen Pause stürzte er sich Anfang der 70er Jahre mit der ersten Eigenkonstruktion wieder auf den Modellbau. Als Ausgleich zur kräftefressenden Arbeit. "Mit den Modellen fliegt auch die Fantasie", sagt Treder. Er sagt aber auch: "Fliegen heißt landen." Jeder Start könnte für die Maschine der letzte sein. Ein ungünstiger Wind, eine Unachtsamkeit können das Aus für die bis zu 200 Stundenkilometer schnellen Flieger bedeuten. Drei Totalschäden musste Treder hinnehmen. "Das weckt bei mir neuen Ehrgeiz weiterzubauen", sagt er. So werkelt er derzeit wieder in seinem Keller. An einem zweimotorigen Oldtimer, der im Frühjahr seinen Jungfernflug feiern soll. |
Quelle: Frankfurter Rundschau 07. Januar 2011
Reiner Treder baut besondere Flugzeugmodelle – mehr als 30 Kilo schwer und fast 3 Meter lang «Trojan» heißt der Flieger, an dem Reiner Treder in seinem Keller bastelt. Für das schwere Modell brauchte er eine Sonderzulassung.Foto: Nietner
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| Von Julia Dünzl Selbst am Steuerknüppel saß der Liederbacher nie. Bei seinem Hobby ist er lieber mit beiden Beinen auf dem Boden. Liederbach. «Es gibt Flugzeuge, da sieht man schon beim Startvorgang: Sie wollen fliegen», erzählt Reiner Treder. Die Maschine beschleunigt, das Heck hebt sich, und dann geht es ab. Der Konstrukteur bekommt immer noch weiche Knie, wenn eines seiner Flug- zeuge zum ersten Mal aufsteigt. «Der erste Flug ist das Schönste und gleichzeitig Aufregendste, was man sich als Modellbauer vorstellen kann», erzählt der Liederbacher. Schon als Schüler baute er Flugzeuge. Damals stiegen seine Flieger noch ohne Fernlenkung in die Lüfte. Er zog die Modelle am Seil hoch und klinkte sie dann aus. Nach so mancher Bruchlandung geriet sein Traum vom Fliegen wieder in den Hintergrund. Reiner Treder gründete seine eigene Werbeagentur und hatte damit alle Hände voll zu tun. Doch bald kam der Wunsch nach einem Ausgleich zur Arbeit. «Anfang der 70er Jahre machte die Technik einen großen Sprung nach vorn und es lohnte sich, in den Modellflugzeugbau einzu- steigen», erzählt der Liederbacher. Aktiv im Luftsport-Club Im Kelkheimer Luftsport- Club, wo Reiner Treder mittlerweile als Beirat |
für die Pressearbeit zuständig ist, fand er Unterstützung. «Der damalige Zweite Vorsitzende Jürgen Nieder hatte als Ingenieur große aero- dynamische Erfahrung. Von ihm lernte ich sehr viel über das richtige Konstruieren von Flugmodellen», berichtet der Flieger-Freund, der inzwischen für diverse Modellflug-Fachzeitschriften schreibt. Die Vorbilder für die Maschinen sind echte Riesen der Lüfte. Auf Großmodell-Treffen im französischen La Ferté-Alais bei Paris werden die Qualität des Modells und die Ähnlichkeit zum Original bewertet. Dort hat der Liederbacher schon einige Pokale eingeheimst. So steuert Reiner Treder einen originalgetreuen Nachbau des englischen Jagd- und Kampfflugzeuges «Bristol Beaufighter MK 1» durch die Lüfte. Das Modell hat eine Spannweite von 3,10 Metern, ist 2,23 Meter lang und wiegt 20 Kilogramm. Sogar mit Landeschein- werfern ist es ausgestattet. In- sgesamt hat er ein Jahr an dem Flieger gearbeitet. Für sein originalgetreues Modell des amerikanischen Schulflugzeugs T-28 B «Trojan» brauchte er eine Zulassung, weil es mehr als 25 Kilo schwer ist. Der Nachbau wiegt ganze 35 Kilo, hat eine Spannweite von 3,35 Meter und ist 2,68 Meter lang. Allein an der sich pneumatisch öffnenden Kabinen- haube arbeitete Reiner Treder drei Monate. Nach einer Konstruktions- |
und Bauphase von einem reichlichen Jahr, stieg die «Trojan» 2004 dann zum ersten Mal in die Lüfte. «Modellflug bedeutet Entspannung durch Spannung», erklärt der Tüftler. Die Fernbedienung hat zwar eine Reichweite von drei Kilometern, auf dem Kelkheimer Flugplatz dürfen die Modelle aber nicht mehr als 300 Meter über dem Grund kurven. Der Flugraum ist durch den Golfplatz und die Bundesstraße begrenzt. Die Kunst der Landung Die Dauer des Fluges hängt vor allem von der Menge des Sprits im Tank ab. Treder erläutert: «Die Flieger sind selten länger als zehn Minuten in der Luft.» Anders als bei seinen ersten Experimentierversuchen weiß der Designer jetzt: «Fliegen heißt vor allem Landen.» Für die Landung braucht er seine volle Konzentration. Erst wenn hier alles glatt geht, ist der Jungfernflug gelungen. Den Reiz, sich auch selbst ins Cockpit zu schwingen, gab es zwischenzeitlich auch. Doch der 68-Jährige verzichtete aus Verantwortung für seine Familie und seine Werbeagentur darauf, einen Pilotenschein zu machen. Aber wenn er die Gelegenheit hat, fliegt er gerne in allen möglichen Flugzeugen mit. Doch seinen größten Traum vom Fliegen lebt er weiterhin beim Modellflug – und bleibt dabei mit beiden Füßen auf dem Boden. |
Quelle: Höchster Kreisblatt 17. November 2010
Club ist stolz: Der Nachwuchs ist im Modellflugverein gut vertreten
Zum 35-jährigen Bestehen des Vereins hat der Kelkheimer Luftsportclub Modellflugzeuge im Pfarrzentrum in der Feldbergstraße ausgestellt. Dem Verein geht es aus verschiedenen Gründen gut im Moment.
Kelkheim Michael Günther hat in einem Punkt Glück. Sein erstes Modellflugzeug hat er einst zusammen mit seiner Ehefrau gebaut, die hat also durchaus etwas übrig für das Hobby ihres Mannes. Das können nicht alle der Freizeitpiloten für sich sagen, und das kann dann auch schon einmal Stress geben. Klassischer Anlass: Auf dem Kontoauszug taucht eine Abbuchung von 1000 Euro auf für einen Flugzeugmotor.
Keine Misstöne
Zur Jubiläumsausstellung gibt es freilich keine Misstöne, im Gegenteil. 146 Namen stehen derzeit auf der Mitgliederliste, das sind nicht wenige. Und besonders gut gefällt den Verantwortlichen, dass der Nachwuchs gut vertreten ist. Das ist längst nicht in allen Vereinen so. «Wir haben uns auch um die Jugend gekümmert», macht Günther klar, dass die Jugendlichen nicht von selbst kommen. Attraktiv ist sicher, dass sowohl die zum Zug kommen, die gerne basteln, als auch die, die nur fliegen wollen.
Vereinsboss Günther ist einer derjenigen, die gerne basteln. Deshalb hat er sich mit seinem letzten Modell auch für eine Bellanca Super Decathlon entscheiden, ein Flugzeug aus Holz. «Da kann man leichter Reparaturen machen», sagt Günther. Einen Kunststoffrumpf zu flicken, das führt selten zu befriedigenden Ergebnissen, während sich eine Holzkonstruktion immer wieder herstellen lässt.
Trotzdem ist Günther froh, dass seine Maschine bislang noch keine Bruchlandung hingelegt hat oder gar abgestürzt ist, immerhin hat sie rund 3000 Euro gekostet. Kleinere Blessuren hat es gegeben, aber so etwas lässt sich richten. Mehr als drei Meter Spannweite hat das Modell, an dem Günter ein halbes Jahr gebaut hat. Wie das Original wird das Modell für den Kunstflug, aber auch als Segelschlepper eingesetzt. Immer wieder bringt Günter mit seiner Maschine Segelflugmodelle in den Himmel.
Segeln und Benzinmotoren, das sind im Modellflug längst nicht mehr die einzigen Antriebsarten. Weil die Akkus immer leistungsfähiger, leichter und auch preiswerter werden, sind die Flugzeuge mit Elektromotoren auf dem Vormarsch. Freilich müssen diese Akkumulatoren aufgeladen werden, und dafür reichen Autobatterien und andere Notlösungen längst nicht aus. «Der Akku ist noch nicht voll, aber die Autobatterie schon leer», so Günther.
Stromanschluss
Also muss ein Elektroanschluss her, und das wird auf dem Vereinsgelände zwischen dem Golfplatz und der B519 gerade vorbereitet. Gespräche mit dem Stromversorger wurden schon aufgenommen. Und neuerdings ist auch eine andere Voraussetzung erfüllt – der Verein kann längerfristig auf seinem Gelände bleiben. Dieses gehört der Stadt, aber wie Bürgermeister Thomas Horn unlängst berichtete, hat der Luftsportclub einen neuen Pachtvertrag über 25 Jahre bekommen. Das beruhigt die Modellflieger erheblich, denn im vergangenen Jahr wurde in Kelkheim heftig darüber diskutiert, den Golfplatz am Hof Hausen in dieser Richtung zu vergrößern. Der Bürgermeister hatte dies befürwortet, konnte sich aber gegen den Widerstand, der aus verschiedenen Richtungen kam, nicht durchsetzen. bt
Quelle: Höchster Kreisblatt 17. Oktober 2010
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| Mit einer Luftverkehrssteuer brauchen die Flugzeug-Modellbauer nicht zu rechnen – ein Hobby, das beim Flugplatzfest des Kelkheimer Luftsport Clubs immer wieder nicht nur Scharen von Zuschauern anzieht, sondern auch Teilnehmer aus fernen Regionen. Freunde dieses Sports kamen sogar aus Franken. Und wer das Fliegen von Modell-Hubschraubern lernen wollte – auch dafür bestand die Möglichkeit auf einem eigens für Trainingsflüge reservierten Platz. Und wie das obere Bild zeigt, gab es nicht nur Modelle von Flugzeugen in Hülle und Fülle, sondern | auch jede Menge Hubschrauber. Form und damit das Aussehen der neuen Fluggeräte haben sich gegenüber den „geflügelten“ Maschinen erheblich geändert. Nun, die Vorbilder dieser Modelle stammen ja nicht nur aus dem letzten Krieg, sondern flogen im Ersten Weltkrieg und wer wissen wollte wie es damals aussah, brauchte nur unter das eine Modellzelt zu schauen: Da saßen drei Piloten und droschen fröhlich einen Skat oder ein ähnliches Kartenspiel. Daneben ein Bierkasten und auf dem Tisch die Fläschchen. Im wirklichen Flugbetrieb heute undenkbar. Und so | flogen die modernen Piloten der Jetztzeit ihre Runden bei den teilweise rasanten Vorführungen mit ihren Modellen ohne „Speed“ am Funkgerät, mit dem sie lenkten, machten aber durchaus Speed mit den Tankfüllungen, die aus Spezialmischungen bestanden. Benzin der besseren Sorte. Früher wurde auch mal Äther benutzt. Sagt man. Aber hier die kompetente Antwort von Reiner Treder: Für die kleineren Modelle 80% Methanol/20 % Rizinusöl (Gemisch und für die Großmodelle Superbenzin synthetisches Zweitaktöl (Gemisch 1:50). |
Quelle: Kelkheimer Zeitung 09. September 2010


